Zum Inhalt springen

News

Unterstützung der Stadt Wendlingen bei der Städtepartnerschaftsjubiläum

| News Allgemein

Bewirtung der Hocketse mit Essen & Getränken

So lief das Städtepartnerschafts-Jubiläumswochenende in Wendlingen

Feststimmung herrschte am Samstag in Wendlingens Stadtmitte. Vor dem Rathaus wurden die Städtepartnerschaften mit St.-Leu-la-Forêt, Millstatt und Dorog gefeiert.

WENDLINGEN. Nach den Grußworten mussten sich Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel und Dorogs Stadtchef János Tittmann erst einmal hinlegen: „Das ist die Bürgermeister Ruhestandsliege“, scherzte der ungarische Amtskollege von Weigel. Denn zum 25-Jahre-Jubiläum der offiziellen Partnerschaft zwischen beiden Städten gab es eine Albliege als Gastgeschenk. „Da können wir dann mal zusammen ein Nickerchen machen“, fügte Weigel augenzwinkernd hinzu.

Zuvor ging es etwas formeller zu: Im Rahmen eines Festakts begingen die vier Städte die Jubiläen ihrer Partnerschaften: Mit St.-Leu-la-Forêt in Frankreich ist Wendlingen nun seit 35 Jahren verbunden, mit Millstatt am See in Österreich seit drei Jahrzehnten und mit Dorog in Ungarn besteht nunmehr seit 25-Jahren eine offizielle Partnerschaft.

Diese langjährige Verbindung würdigten die Saint-Loupiener Bürgermeisterin Sandra Billet und ihre drei Amtskollegen in ihren Grußworten, die Bedeutung der guten Beziehungen zwischen den europäischen Nachbarn. Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel betonte die langjährigen Verbindungen zu allen drei Partnerkommunen. Die auch vor Ort gepflegt und auch gerne gefeiert werden: „Die großen Feste der Völkerverständigung hier in Wendlingen haben eine jahrzehntelange Tradition“, betonte Bürgermeister Steffen Weigel. Und gerade, weil diese Tradition in der Stadt hochgehalten werde, wurde Wendlingen vor zehn Jahren die Europafahne des Europarates verliehen. Weigel gedachte vor allem dem Engagement seines im März verstorbenen Vorgängers Hans Köhler, „der mit drei Städtepartnerschaften in sehr enger Verbindung stand“.

Gerade Konflikte wie der Krieg in der Ukraine zeigten, „wie wichtig es ist, dass wir diese Freundschaften pflegen, erhalten und auch immer wieder erneuern“, betonte Weigel.

Sandra Billet hatte befürchtet, dass die Corona-Pandemie dem Kontakt zu den internationalen Partnern langfristig schaden könnte. Umso erfreuter sei sie, dass dem nicht so ist. Denn in St. Leu hatte es in den vergangenen Jahren eine Umstrukturierung beim Partnerschaftskomitee gegeben: Seit einiger Zeit kümmert sich statt dem ehrenamtlichen Gremium die Stadtverwaltung um die Beziehungspflege mit Wendlingen. Man reagiere zwar nicht immer so schnell wie früher, aber „alle beteiligten Personen haben den gleichen Wunsch, gute Arbeit zu leisten und die Verbindung fortzusetzen“, so Billet. Als Gastgeschenk hatte sie eine Bronzestatue des Saint-Loupiener Künstlers Aristide Patsoglou dabei, die sie Bürgermeister Weigel überreichte. Im Gegenzug enthüllten Sie und Weigel das neue Hinweisschild für den St.-Leu-la-Forêt-Platz.

Millstatts Bürgermeister Alexander Thoma betonte, wie wichtig es sei, dass eine Städtepartnerschaft „von unten“ wachse und nicht von oben aufgesetzt werde. Die Verbindung zwischen den beiden Orten, die auf den Kontakt der Musikvereine Unterboihingen und der Bürgermusik Millstatt zurück geht sei ein gutes Beispiel dafür: „Mit viel Liebe und guter Pflege ist aus dem anfangs kleinen Pflänzchen ein stattlicher Baum gewachsen“. Dafür verdienten alle Beteiligten den allerhöchsten Respekt. Städtepartnerschaften seien aber auch ein Garant für ein friedliches Zusammenleben. Gerade in Zeiten, in denen in Europa wieder ein Krieg tobe, und das Völkerrecht mit Füßen getreten werde. „Vor diesem Hintergrund ist das Band der Freundschaft zwischen Wendlingen und Millstatt wichtiger denn je“, so Thoma.

Dorogs Bürgermeister János Tittmann hielt seine Rede zweisprachig, er ist der einzige der vier Rathauschefs, der mit knapp 30 Dienstjahren länger im Amt ist, als die (offizielle) Städtepartnerschaft besteht. Er blickte auf die langjährigen Kontakte zurück, die die Doroger in Wendlingen nach ihrer Flucht mit der alten Heimat pflegten. Auch Tittmann betonte, wie wichtig die Partnerschaft gerade jetzt sei: nach der Pandemie und während im Nachbarland ein Krieg tobt: „Unsere Verwundbarkeit, unsere Fehlbarkeit erinnert uns eindringlich daran, wie wichtig es ist, die historischen Fäden, die Schönheiten und Werte, die uns verbinden, zu bewahren und zu pflegen.“

Um die Partnerschaft zu allen drei Städten zu erneuern und zu erhalten, unterzeichneten alle vier eine erneute Erklärung zur gegenseitigen Bestärkung der Beziehungen.

Im Anschluss an den Festakt, den der Musikverein Wendlingen musikalisch umrahmte, lud die Stadt zur Hocketse auf dem Platz, die von der Freiwilligen Feuerwehr bewirtet wurde.

Auch für den Rest des Festwochenendes erwartete die Gäste aus den Partnerstädten und ihre Gastgeber ein buntes Programm: am Samstagabend gab es einen gemeinsamen Partnerschaftsabend im Treffpunkt Stadtmitte mit musikalischen und tänzerischen Beiträgen auch aus den drei Partnerstädten.

Am Sonntag fand außerdem ein ökumenischer Gottesdienst in St. Kolumban statt. Anschließend wurde im Stadtmuseum die Ausstellung „75 Jahre Doroger in Wendlingen am Neckar“ eröffnet. Im Rathaus ist noch bis zum 14. Juli die Ausstellung „Kohlelager Dorog“ zu sehen, die ebenfalls im Rahmen der Feier eröffnet wurde.

(Quelle: Artikel der Wendlinger Zeitung vom 07.05.2023)

Link zum Artikel + Bilder: https://www.ntz.de/wendlingen/artikel_so-lief-das-staedtepartnerschafts-jubilaeumswochenende-in-wendlingen.html

01.jpg
02.jpg