Nach Brand in Wendlingen: 60 evakuierte Hausbewohner verbringen mehrere Stunden im Freien

Großes Aufgebot von Feuerwehr und Rotem Kreuz bei Kellerbrand in mehrstöckigem Wohnkomplex in Wendlinger Stadtmitte.

WENDLINGEN. Am Tag danach sind noch einige Spuren des Brands zu sehen und vor allem zu riechen. Ein dumpfer Geruch ist im Treppenhaus wahrnehmbar. Die Tür zum Partyraum ist mit einem schwarz-gelben Klebeband von der Polizei versiegelt worden. Einige verkohlte Einrichtungsgegenstände liegen auf dem Rasen vor dem Eingang des Gebäudes 16 in der Traubenstraße, wo das Feuer im Kellergeschoss kurz vor Mitternacht am Sonntag ausgebrochen war. Als Brandursache geht die Polizei bisher von einem technischen Defekt aus.

Bewohner wurden durch Rauchmelder alarmiert

Bewohner des Gebäudes wurden gegen 23.15 Uhr auf den Brand aufmerksam. „Ein Nachbar, ein Stock über mir, und ich waren durch den Alarm des Rauchmelders aus unseren Wohnungen ins Treppenhaus gelaufen“, sagte ein Bewohner unserer Zeitung am Tag danach. Der Rauch war bis dahin bereits in die oberen Stockwerke des viergeschossigen Gebäudes mit der Nummer 16 gezogen.

Bei der Leitstelle hatten mehrere Anrufer den Brand gemeldet. „Als wir eintrafen, hatte es stark aus den Lichtschächten gequalmt“, berichtete Michael Gau, Kommandant der Wendlinger Feuerwehr, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das Treppenhaus war stark verqualmt. Viele Bewohner waren schon draußen.“

Der Brand war in einem als Partyraum genutzten Raum im Keller des Gebäudes ausgebrochen. Das war laut dem Wendlinger Kommandanten aber anfangs nicht gleich erkennbar. Daher wurden vorsichtshalber aus dem nebenstehenden Wohnkomplex weitere Bewohner evakuiert. Die Besonderheit dabei ist, dass beide Häuser über ein Kellergeschoss baulich miteinander verbunden sind, und sich der Rauch bis in das dortige Treppenhaus ebenfalls ausgebreitet hatte.

Nachdem die Feuerwehr die Tür des Raums aufgebrochen hatte, da sie laut Kommandant beim Eintreffen der Wehr verschlossen war, sei der Brand rasch gelöscht gewesen. Um Glutnester auszuschließen, so Gau, wurde die Deckenverkleidung von der Feuerwehr entfernt, auch das Inventar war nicht mehr zu gebrauchen. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einem technischen Defekt aus. Der Sachschaden wurde auf rund 10.000 Euro geschätzt.

Rein spekulativer Art sind die Äußerungen eines Hausbewohners, der vermutet, dass die Ursache möglicherweise ein alter Kühlschrank gewesen sein könnte.

Zum Glück war die Nacht mild

Nach den Angaben der Polizei wurden 60 Personen evakuiert. Sie wurden von der mit überwiegend ehrenamtlichen Rettungskräften der Wendlinger Bereitschaft betreut und mit Getränken versorgt. Das DRK hatte dazu eine Sammelstelle im Parkhaus des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) neben den betroffenen Wohngebäuden provisorisch eingerichtet. Dort wurden auch sämtliche Bewohner mit Namen registriert, damit niemand in den Wohnungen vergessen wurde. Eine Frau war von einer Anwohnerin vermisst worden. Sie hatte sich bereits schlafen gelegt und reagierte auch auf das Klingeln und Klopfen nicht, woraufhin die Feuerwehr das Türschloss ihrer Wohnung aufbrechen musste.

„Die Leute haben sehr verständnisvoll reagiert, niemand hatte Panik“, beschrieb Johannes Colshorn den Einsatz. „Es gab auch keine Verletzten mit Rauchvergiftung“, bestätigte der Bereitschaftsleiter des DRK Wendlingen-Unterensingen am Montag. Dort mussten sie mehrere Stunden ausharren, zum Glück war die Nacht einigermaßen mild. Nachdem die Feuerwehr ‚kritische Kohlenmonoxidwerte‘ ausschließen konnte und das Kellergeschoss und die Treppenhäuser mittels Hochdrucklüfter gelüftet waren, gab sie grünes Licht für die Bewohner, die „blockweise in ihre Wohnungen entlassen werden konnten“, erläuterte Colshorn weiter. Die ersten konnten ab 1.30 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren, die letzten aus Haus 16, wo der Brand ausgebrochen war, gegen 3 Uhr.

Verhältnismäßig kleiner Brand hat große Auswirkungen

Mit einem Großaufgebot waren Feuerwehr und DRK im Einsatz: Obwohl der Brand eher zu den kleinen zählen dürfte, hatte der Einsatz große Auswirkungen auf die Besetzung der Rettungskräfte. So war die Wendlinger Feuerwehr mit acht Fahrzeugen und circa 55 Kräften vor Ort, zusätzlich mit je einem Fahrzeug die Feuerwehren aus Köngen und Wernau. Mit nicht viel weniger Fahrzeugen war das DRK ausgerückt: Im Einsatz waren drei Fahrzeuge mit insgesamt zehn Einsatzkräften der Wendlinger Bereitschaft, drei weitere Rettungsfahrzeuge sowie der DRK-Kreisverband.

(Quelle: Artikel der Wendlinger Zeitung vom 05.05.2026)

Bilder: SDMG/Wendlinger Zeitung